Engagements und Meinungen - 2026

Verkaufen Sie Ihre Liegenschaft einer gemeinnützigen Wohnbaugenossen-schaft

Adrian Moos, Kantonsrat FDP für die Stadt Zug

In meiner Funktion als Kantonsrat und Vorstandsmitglied einer Wohnbaugenossenschaft beobachte ich, dass sich die Diskussion über fehlenden bezahlbaren Wohnraum oft um Gesetze, staatliche Förderung und regulatorische Massnahmen dreht. Dabei wird übersehen, dass private Eigentümer von Land und grösseren Liegenschaften eine massgebliche Rolle spielen können. Wer ein Grundstück oder ein älteres Gebäude besitzt, kann durch sein Handeln wesentlich dazu beitragen, dass auch kommende Generationen bei uns noch bezahlbaren Wohnraum finden. 

Sofern Sie es sich leisten können oder wollen, müssen Sie Ihre Liegenschaft nicht an den Meistbietenden verkaufen. Valable und verlässliche Käufer sind insbesondere Wohnbaugenossenschaften oder Stiftungen, aber allenfalls auch Korporationen, Bürger- oder Kirchgemeinden. Diese Organisationen verfolgen in der Regel keine Gewinnmaximierung, sondern schaffen Wohnraum zu fairen Bedingungen. Wer solchen Organisationen sein Land oder seine Liegenschaft verkauft oder testamentarisch überträgt, investiert in den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Region. In Diskussionen zeigt sich, dass sich geneigte Landverkäufer darüber sorgen, ihre heute günstige Überbauung könnte später doch zu einem renditeorientierten Anlageobjekt werden. Genau hier bieten gemeinnützige Trägerschaften Sicherheit. Ihre Statuten und Organisationsformen oder das Wohnbauförderungsgesetz verpflichten sie dazu, die Wohnungen dauerhaft nach dem Prinzip der Kostenmiete zu vermieten. Gewinne fliessen nicht an Aktionäre, sondern in den Unterhalt, die Erneuerung und den Bau weiterer Wohnungen. Die Preisgünstigkeit der entsprechenden Wohnungen kann somit für Jahrzehnte gesichert werden. 

Für verkaufende Eigentümer bedeutet dies, dass sie mit ihrem Verkauf nicht nur einen angemessenen Preis erzielen, sondern gleichzeitig ein bleibendes Vermächtnis schaffen. Aus einem Grundstück oder einer Liegenschaft entsteht Wohnraum für Familien, junge Erwachsene, mittelständische Personen, die sich in Zug nur noch mit Schwierigkeiten eine Mietwohnung leisten können. 

Die Wohnungsfrage wird sich nicht allein durch eine neue Vorschrift lösen lassen. Auch die Wohnbaustrategie 2030 des Regierungsrates funktioniert nur, wenn private Personen, die sich dies leisten können, Verantwortung übernehmen und über den kurzfristigen Höchstpreis hinausdenken. 

Liebe Leserinnen und Leser, verstehen Sie mich richtig. Ich halte die Eigentumsgarantie hoch und damit auch die Freiheit über das eigene Grundstück und einen Verkauf frei zu entscheiden. Selbstverständlich soll niemand genötigt werden, seine Liegenschaften gemäss den obigen Ausführungen einem gemeinnützigen Wohnbauträger zu verkaufen oder zu übertragen. Sollten Sie sich aber doch Gedanken machen über die Bodenpreisentwicklung, die gesellschaftliche Durchmischung in Zug und die langfristige Sinnhaftigkeit ihres Wirkens, prüfen Sie doch den Verkauf Ihrer Liegenschaft an eine entsprechende Organisation. Melden Sie sich bei den verantwortlichen Personen dieser gemeinnützigen Bauträger, verabreden Sie sich unverbindlich zu einem Kaffee und bedenken Sie die Möglichkeit, etwas Sinnstiftendes für jetzige und zukünftige Generationen zu tun.


Bildungspolitik der Zuger FDP im Konkreten: Qualität, Durchlässigkeit und starke Perspektiven

Peter Letter, Kantonsrat Oberägeri

Für die FDP ist Bildung ein zentraler Erfolgsfaktor für den Kanton Zug. Wir setzen uns für ein leistungsfähiges, durchlässiges und lebensnahes Bildungssystem ein. Gute Bildungspolitik bedeutet für uns: hohe Qualität auf allen Stufen, starke Lehrpersonen, faire Chancen für unterschiedliche Begabungen und Bildungswege sowie Investitionen dort, wo sie Wirkung entfalten. Entscheidend ist, dass Schulentwicklung auf klaren Daten, Lernerfolgen und praxistauglichen Lösungen beruht.

Konkret engagiert sich die FDP-​Fraktion insbesondere dort, wo die Grundlagen gelegt werden: in der Volksschule und in der Berufsbildung. In der Volksschule wollen wir die Lehrpersonen stärken und die Unterrichtsqualität verbessern. Ein FDP-​Postulat verlangt eine kritische Auslegeordnung zum Fremdsprachenunterricht auf Primarstufe und Sekundarstufe I, verbunden mit Massnahmen für bessere Lernerfolge. Gleichzeitig setzt sich die FDP für Bürokratieabbau, starke Grundkompetenzen und gute Rahmenbedingungen ein, damit sich Lehrpersonen auf ihren Kernauftrag konzentrieren können.

Ebenso wichtig ist für uns die Stärkung des dualen Bildungswegs. Die Berufsbildung ist für den Werk-, Dienstleistungs-​ und Wirtschaftsstandort Zug zentral. Mit Vorstössen zur Förderung attraktiver Lehrstellen in gewerblichen Berufen hat die FDP angestossen, wie Lehrbetriebe besser unterstützt und Verbundlösungen ausgebaut werden können. Ziel ist, die Attraktivität der Berufslehre zu erhöhen, KMUs zu entlasten und Jugendlichen vielfältige Karrierewege zu eröffnen.

Im Bereich Sekundarschule und Gymnasium setzt die FDP auf faire Übergänge und transparente Qualität. Wir wehrten uns gegen starre Gymi-​Quoten mit Übertrittsprüfung. Stattdessen wollen wir förderorientierte Lösungen. Die Bildungskommission des Kantonsrates hat deshalb einen Gegenvorschlag zum Übertrittsverfahren erarbeitet: prüfungsfreier Übertritt, ergänzt durch kantonale Leistungstests in Deutsch und Mathematik. Das stärkt die Vergleichbarkeit und stützt das Lehrpersonenurteil.

Parallel dazu hat die FDP die Qualitätssicherung an den Zuger Gymnasien vorangetrieben. Mit einer Interpellation zum Studienerfolg von Zuger Maturandinnen und Maturanden sowie einem Postulat zur Qualitätssicherung verlangten wir mehr Transparenz, bessere Datennutzung und aussagekräftigere Vergleiche. Ebenso haben wir uns früh für zusätzliche Kurzzeitgymnasiums-​Standorte eingesetzt. Das trägt dazu bei, die Sekundarstufe zu stärken und den Zugang zu Mittelschulen geografisch ausgewogener zu gestalten.

Schliesslich gehört für die FDP auch Forschung und Innovation zur Bildungspolitik. Mit einer Motion zur Förderung von Forschung und Entwicklung an der Fachhochschule Zentralschweiz will die FDP die Innovationskraft des Kantons gezielt stärken. Denn ein starker Bildungsstandort Zug braucht nicht nur gute Schulen, sondern auch leistungsfähige Hochschulen und praxisnahe Forschung.

Unser Anspruch ist klar: Zug soll auf allen Bildungsstufen stark bleiben – von der Volksschule über die Berufsbildung und Gymnasien bis zur Hochschule.