Ein Überschuss von 429,4 Millionen Franken zeigt, dass der Kanton Zug weiterhin mehr einnimmt, als er benötigt. Deshalb wird der Kantonsrat zu Recht auch über die Einführung eines Steuerrabatts diskutieren.
Der Staat soll seine Aufgaben zuverlässig finanzieren und für schwierigere Zeiten vorsorgen. Doch bei solchen Überschüssen, muss er auch erklären können, wofür er das zusätzliche Kapital braucht. Solange diese Antwort ausbleibt, ist es richtig, zumindest einen Teil an jene zurückfliessen zu lassen, die diesen Wohlstand erwirtschaftet haben. Geld ist bei den Bürgern und Unternehmen besser investiert als dauerhaft auf der hohen Kante des Staates.
Der von der FDP-Fraktion angestossene Steuerrabatt wäre ein Signal an jene, die selten in den Genuss staatlicher Vergünstigungen kommen, aber mit ihrer Leistung und ihren Steuern den Staatshaushalt tragen. Wer mitfinanziert, soll bei Überschüssen nicht leer ausgehen.
Damit geht es nicht um eine Absage an gezielte Unterstützung. Beiträge an die Kinderbetreuung, Prämienverbilligungen und weitere Leistungen sind Teil einer umsichtigen Politik. Wer die Attraktivität Zug kritisiert, darf deshalb nicht nur auf den Steuersatz schauen, sondern muss alle Faktoren berücksichtigen.
Zug ist stark, weil unser Kanton liberal geprägt ist: Eigenverantwortung und Leistung werden belohnt, nicht bestraft. Der Steuerrabatt verbindet solide Staatsfinanzen mit diesem liberalen Grundsatz.